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Gisela Brackert, Frankfurt am Main
hr2-kultur Morgenfeier und hr2-kultur Zuspruch

Selbstauskünfte
Der Kinderbuch-Klassiker von Maurice Sendak bringt es auf den Punkt: „Es muss im Leben mehr als alles geben“. Betrachte ich meine bunte vita, so fällt mir immer dieser Satz ein.

Die frühen Jahre
Von westfälischen Eltern 1937 in Bad Kreuznach geboren. Als ich acht Jahre alt war, hatte ich schon in fünf Städten gelebt. Lustig ist das nicht. Schon gar nicht in Kriegszeiten.
Abitur in Ibbenbüren/Westfalen. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg und Berlin. Schon als Studentin journalistisch aktiv.

Berufliche Wege
Später dann, in Frankfurt, beim Hessischen Rundfunk angefangen, als freie Mitarbeiterin für Kunstkritik. Erfahrungen als Presse-Frau einer Design-Institution kamen dazu. Dann Wechsel ins Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik. Ab 1981 wieder beim Hessischen Rundfunk (Hörfunk), nun als verantwortliche Redakteurin für eine Programmsparte, in der die Welt aus den Augen der Frauen betrachtet wurde. Und das konnte spannend sein damals, als sich der Gedanken der Gleichberechtigung so langsam durch die Institutionen fraß.

Kirche: nah und fern zugleich
Kirche war von Anfang an dabei. Großvater Pfarrer. Vater Lehrer für Deutsch, Geschichte und Evangelische Religion. Und natürlich im Kirchenvorstand.
Mutter engagiert in der Mädchenarbeit.
War es Zufall, dass ich einen Pfarrerssohn heiratete? Wohl kaum.

Aber wenn mir in den 60er, 70er Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal im Auftrag der evangelischen Landeskirche Texte schreiben würde, die Menschen einen geistlichen Zuspruch mit auf den Weg geben sollen, ich hätte geschworen: niemals!
Es gab Jahre, da schrammten wir haarscharf am Kirchen-Austritt vorbei.

Einsichten und Einblicke
Doch irgendwie hat der lange Finger des lieben Gottes mich immer wieder eingeholt: Da war der berufliche Einstieg im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik.
Später dann, zu hr-Zeiten, die Berufung in die Kirchensynode. Wahl in die EKD Synode. In den Leitungskreis der Evangelischen Akademie Arnoldshain, des Zentrums Oekumene…

Ich lernte Kirche von innen kennen und dieser Einblick in den Maschinenraum
einer Großinstitution war in vieler Hinsicht lehrreich. Mich motivierte er u.a., mein religiöses Grundwissen durch eine Prädikanten-Ausbildung aufzufrischen.

Als Journalistin unter Theologen
Seit 1998 gehöre ich nun zu dem Autoren-Team, das für den „Zuspruch am Morgen“ (hr 2) zuständig ist. Auch an den „Evangelischen Morgenfeiern“ arbeite ich mit.
Meine Kollegen sind in der Regel Pfarrerinnen und Pfarrer.
Menschen aus nicht-theologischen Berufen (sog. Laien) sind in diesem Autoren-Kreis so selten wie Frauen in den Vorständen von DAX-Unternehmen. Böser Wille ist das nicht. Es ist einfach naheliegend.

Eine Besinnung, die Sinn gibt
Was motiviert mich, an diesen Verkündigungssendungen mitzuarbeiten?
Finanzielle Anreize sind es nicht.
Die Unkostenpauschale für diese Beiträge ist sehr bescheiden.

Dennoch würde ich sagen: der Lohn ist groß.
Diese Texte lassen sich mit Blick in die Welt allein nicht schreiben. Auch nicht mit dem flüssigen Zitieren von Bibelstellen. Der Blick ins eigene Innere muss dazu kommen.

Und das ist, wenigstens für mich, keine alltägliche Situation.
Es ist eine Herausforderung. Es ist eine Besinnung, die Sinn gibt.
Und wenn das die Hörerinnen und Hörer genauso sehen und in Briefen, mails und Telefonaten zum Ausdruck bringen, dann ist das der schönste Lohn für mich.


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